Historik - in der Chronik geblättert


1927 - 1989

Im Jahre 1927 entstand durch wenigen Einwohnern des Ortes eine Freiwillige Feuerwehr. Sie waren durch Eigeninitiative bereit, etwas für den Ort und dessen Bürger zu tun. Die öffentliche Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Groß Glienicke fand jedoch erst am 03.Oktober 1929 statt.

Zu dieser Zeit hatten die Feuerwehrleute nur eine kleine Feuerwache. Sie befand sich an der Stelle, wo heute die Bushaltestelle Dreilinden steht (etwa 30m vor der heutigen Wache). In ihr wurden die Geräte und Leiterteile aufbewahrt. Von diesem zentralen Punkt rückten die Feuerwehrmänner zum Brandobjekt mit Hilfe ihrer Pferde und der Handdruckspritze, die sie besaßen, aus.

Im Jahre 1932 wurde eine neue Feuerwache gebaut. Das Gebäude ist bis zum heutigen Tag die ständige Feuerwache. Der Bau wurde notwendig, da die Feuerwehr ein gebrauchtes Fahrzeug erhielt. Es handelte sich dabei um den Typ Adler, welcher auf 100 km 28 l Benzin benötigte. Das Fahrzeug war einmal ein viersitziger Rennwagen, der durch die Kameraden selbst umgebaut wurde. Das zweite Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr war ein Audi, den sie geschenkt bekamen. Mit dem Audi konnten nun 5-6Personen befördert werden. Beim ersten Original-Feuerwehrfahrzeug handelte es sich um einen Opel. In ihm hatten nur der Fahrer und Beifahrer Platz, im Heck wurde die Spritze untergebracht.

Mit Ausbruch des Krieges 1939 wurden die Feuerwehrmänner zum Kriegsdienst eingezogen. Die Feuerwehr löste sich damals auf und die Wehrmacht übernahm die Aufgaben. Das Gerätehaus, in dem in den letzten Tagen des Krieges noch Sprengstoff gelagert wurde, ist durch eine Explosion stark zerstört worden. Schlauchmaterial, wasserführende Armaturen und andere Ausrüstungsgegenstände waren so gut wie nicht mehr vorhanden. An ein Löschfahrzeug war zu dieser Zeit noch nicht zu denken. Alte Kameraden kamen aus der Gefangenschaft zurück und neue junge Kameraden kamen hinzu. 

Das erste Löschfahrzeug nach dem Krieg bekam die Freiwillige Feuerwehr im Jahre 1947, es wurde ein LF 15 von der Roten Armee bereitgestellt. Das Fahrzeug war zum LKW umgebaut worden und musste erst wieder hergerichtet werden. Dieses geschah in einer Werkstatt in Berlin, die Kosten wurden mit Brennholz bezahlt, welches in freiwilligen Einsätzen geschlagen wurde. Das LF 15 behielt die FF Groß Glienicke bis 1949, dann ging das Fahrzeug zum Kommando Potsdam, wo es fortan eingesetzt wurde. 

Die Kameraden standen also wieder ohne Fahrzeug da. Wie man sich wahrscheinlich denken kann, war damit die Motivation am Tiefpunkt angelangt. Das war möglicherweise auch der Grund, dass viele Kameraden die Wehr verließen. Es gab aber auch Leute, die sich nicht entmutigen ließen. Sie griffen wieder auf das Pferd zurück.

 

Im Jahre 1952 erhielten die Kameraden ihre ersten Uniformen. Es waren alte, abgetragene Uniformen der Volkspolizei. Die Uniformen waren zwar nicht neu, aber man war einheitlich gekleidet und die noch fehlenden Schulterstücke wurden vom Kommando Potsdam gestiftet. 

Die fehlenden Schutzhelme und Rauchschutzmasken beschaffte man sich aus den alten Beständen der Wehrmacht. Man reinigte die Helme und spritzte sie neu. Die Rauchschutzmasken wurden im Kommando Potsdam überprüft und die funktionstüchtigen zu uns zurück geschickt. Zu dieser Zeit fand auch durch den Zugang junger Kameraden ein neuer Aufbau der Wehr statt. 

Die Wehr erhielt 1953 ein Löschfahrzeug vom Typ Ford V8. 1956 löste ein LF 8 Mercedes den Ford ab. Zur selben Zeit als man den Mercedes bekam, erhielt die Freiwillige Feuerwehr auch ihren ersten Schlauchtransportanhänger (STA), der mit Perlonschläuchen bestückt war. 

Am 03.Oktober 1959 fand das 30jährige Bestehen der FF Groß Glienicke statt. Es begann mit einer großen Festveranstaltung in der Badewiese, wo der Bürgermeister und der Leiter des Kommando Potsdam unsere Arbeit würdigten. Als besondere Auszeichnung erhielten wir das erste Schlauchboot. 

Bei den Kreismeisterschaften im Feuerwehrkampfsport 1961 wurde ein Kamerad unserer Wehr Kreismeister, auch als Wehr erreichten wir in diesem Jahr diesen Titel. An der Bezirksmeisterschaft im Jahre 1962 nahmen wir ebenfalls teil, erreichten aber nur den 10. Platz, was aber bei der Anzahl der Wehren im Bezirksmaßstab doch noch als Erfolg zu werten war. 

Als erste Wehr erhielten wir die neuen Uniformen, Einsatzkleidung, Schutzhelme, Atemschutzmasken und andere Ausrüstungsgegenstände. Leider stand zu diesem Zeitpunkt kaum noch Geld zur Werterhaltung der Feuerwache zur Verfügung. 

In dem Jahr 1965 traten die ersten Frauen in die Wehr ein und unser Technikstand erweiterte sich. Wir bekamen einen Tragkraftspritzenanhänger (TSA). Weiterhin erhielten wir Wintermäntel aus Armeebeständen, welche blau eingefärbt wurden. 

1968 wurde ein neues Löschfahrzeug (LF 8) vom Typ Robur 1800 und ein neuer Schlauchtransportanhänger in Betrieb gestellt. Ab 1970 wurde eine Standortfeuerwehr im VEB Max Reimann ins Leben gerufen. Diese Standortfeuerwehr übernahm die Tagesbereitschaft. In den Sommermonaten bei Waldbrandwarnstufen 3 und 4 wurde das Fahrzeug im VEB Max Reimann tagsüber untergestellt. In den gesamten 70ziger Jahren waren sehr viele Wald- , Schornstein- und Mülldeponiebrände und in Seeburg viele Scheunen- und Strohmietenbrände, welche durch Brandstiftung hervorgerufen wurden. Aufgrund dieser Tatsache stellte der Rat des Kreises Potsdam unserer Wehr einen Wassersack (800 l) zur Verfügung. Das Fahrzeug wurde nun in den Sommermonaten vom LF 8 zum TLF 8 umgerüstet.

 

Seit Ende der 70er Jahre bekam die FF Groß Glienicke keine Unterstützung durch die Gemeinde und so war die Motivation der Kameraden wieder sehr gering. So überlegte man sich in Potsdam, ob es nicht sinnvoll wäre, eine Pflichtfeuerwehr einzurichten. Dieses Vorhaben wurde glücklicherweise unnötig, da 1982 ein Aufschwung kam. 

Die Jugendmannschaft nahm 1987 am Feuerwehrkampfsport des Bezirkes Potsdam teil. Sie erreichten einen sensationellen 2.Platz. Es war jedoch auch zu bemerken, daß noch viele Reserven in ihnen steckten, welche durch intensives Training freigesetzt werden könnten. Schon im Mai 1988 war die Wirkungsbereichsmeisterschaft in Töplitz. Zum 1. Mal startete eine Frauengruppe und diese kam aus Groß Glienicke. Die Frauen lieferten einen erstklassigen Aufbau, jedoch hatten sie sehr großes Pech, denn es platzte ihnen ein Schlauch und sie wurden disqualifiziert. Im Oktober 1988 fand die Kreismeisterschaft der Feuerwehren in Potsdam, statt. Die jungen Kameraden belegten dort den 4.Platz. 

Im Sept. 1989 war in Wittstock unter dem Motto "schnellster Feuerwehrmann gesucht" ein Wettkampf. Aus unseren Reihen nahm ein Kamerad teil und belegte den 4.Platz. Ende September feierten wir nun unser 60 jähriges Jubiläum. Am Morgen des 30. Sept. wurde ein Festumzug vom Gerätehaus der Feuerwehr zum Sportplatz durchgeführt. Auf dem Sportplatz fand die Wirkungsbereichsmeisterschaft im Feuerwehrkampfsport statt. Zuerst wurde der Löschangriff durchgeführt. An ihm nahmen die Wehren aus Golm, Neufahrland, Töplitz, Eiche und Groß Glienicke teil. Besonders schön war nun, dass sowohl die Frauen als auch die jungen Kameraden den 1.Platz belegten. Danach führte man die Gruppenstaffette durch , woran sich die Kameraden der Feuerwehren aus Neufahrland, Golm und Groß Glienicke beteiligten.