Historik - in der Chronik geblättert


1990 - 2000

Es kam die Wende in der DDR und somit viel Neues auf uns zu. Die Einsatzaufgabe erweiterte sich, z.B. auf technische Hilfeleistung. Außerdem fand in der Folgezeit die Auflösung der Betriebsfeuerwehr im VEB "Max Reimann" statt. Dieses hatte zur Folge, dass Kameraden die Wehr verließen. Es waren aber auch Gründe wie Arbeitslosigkeit, Arbeitsplatz- und Wohnortswechsel die die Mitgliederzahl von 40 auf 26 Kameraden schrumpfen ließen. Die jungen Brandschutzhelfer (heute Jugendfeuerwehr genannt) lösten sich auf. 


Seit 1991 wurden vom Wehrführer Anträge auf Fördermittel zum Um- und Ausbau der Feuerwache gestellt und der Kontakt zur LEG geknüpft. Dieses wurde nötig, da die Waldsiedlung einen zweiten Fluchtweg benötigte, z.B. eine Drehleiter. Leider wurde bis 1993 noch kein Konsens, trotz mehrerer Gespräche, gefunden. Im Jahr 1992 wurde der Kontakt zwischen Groß Glienicke und der Stadt Eitorf in der Nähe von Bonn geknüpft. 

Im Januar 1993 bekamen wir von der Partnerfeuerwehr aus Eitorf einen TLF 16/25 des Typs Mercedes Benz. Wir merkten bald, wie wichtig dieses Fahrzeug für unsere Einsätze ist. Am 01.05.1993 wurde endlich wieder eine Jugendfeuerwehr ins Leben gerufen.

 

Zu erwähnen ist, dass die Feuerwehr Groß Glienicke von der Nachkriegszeit an bis zur Wende fast kontinuierlich Feuerwehrbälle in der Badewiese veranstaltet hat. Es wurde regelmäßig am Vorabend des 1. Mai ein Fackelumzug durchgeführt, wo die "Jungen Brandschutzhelfer" als Fackelträger fungierten. Seit 1993 wird die Tradition des Maifeuers wieder wahrgenommen.

Im Jahr 1994 bekam die Freiwillige Feuerwehr Groß Glienicke ein gebrauchtes Löschgruppenfahrzeug LF 16 W50. Dieses Fahrzeug wurde in vielen freiwilligen Stunden von den Kameraden geschliffen, gespachtelt und sogar selbst lackiert. Von diesem Zeitpunkt an musste das LF 8 in einer Garage der Landesentwicklungsgesellschaft stehen, da die alte Feuerwache nur zwei Stellplätze besaß. Es wurde demzufolge der Um- und Ausbau der Feuerwache immer notwendiger. Die Verhandlungen mit der Gemeinde diesbezüglich wurden verstärkt und eine Möglichkeit wurde gefunden. Im Dezember 1996 begannen die Ausschachtarbeiten für das Fundament. Aufgrund des kalten Winters und weiterer unvorhergesehener Probleme konnten die Erdarbeiten erst im Frühjahr 1997 weitergeführt werden.



 

Nachdem die Tiefbauarbeiten beendet waren wurden das Stahlgerüst gestellt und die Fassade angebracht. Im Sommer konnte auch endlich das Dach über die alte Feuerwache gezogen werden. Durch die Kameraden wurde in Eigeninitiative die Wände, Decken und ein Teil des Fußbodens der alten Feuerwache abgerissen. 

Die neue Fahrzeughalle (ohne endgültigen Fußboden) wurde im Herbst 1997 in Betrieb genommen. Im Jahr 1998 sollte der Innenausbau der alten Feuerwache und die Restarbeiten an der neuen Fahrzeughalle durchgeführt werden. Jedoch wurde dieses Vorhaben aufgrund fehlender finanzieller Mittel verschoben und die Kameraden arbeiteten seitdem in einer Baustelle. 

Im Dezember 1998 bekam die Freiwillige Feuerwehr Groß Glienicke nach Beschluss des Amtsausschusses eine gebrauchte Drehleiter DL 30h, Baujahr 1972. 

Im Jahr 1999 feierten die Kameraden zusammen mit dem Erntefest das 70jährigen Bestehen der Freiwillige Feuerwehr Groß Glienicke. Es wurden Schauvorführungen auf der Dorfstraße durchgeführt und am Abend fand ein Feuerwehrball in der Preußenhalle statt. 

Im November 1999 wurde durch den Förderverein und einzelner Kameraden ein gebrauchter VW T2 angeschafft. Dieser wurde mit Hilfe von Geldern des Fördervereins, Sponsoring von Firmen und Eigenleistung in einen Einsatzleitwagen umgebaut.